XXXIX: Der Kannibalen-Zug

von Frank Lestringant
Geoindex: Plum Creek
zu Kapitel XXIX des Romans (französisch/deutsch)

Zu Beginn des dritten Teils von Les Enfants du Capitaine Grant (1867), der den Leser in das von menschenfressenden Maori bevölkerte Neuseeland führt, erörtert der Geograph Paganel die Ursachen des Kannibalismus. Dieses Kapitel „in welchem der Kannibalismus theoretisch behandelt wird“ (Verne 1867, Kap. 6), stellt folgende Hypothese auf: „Die Wilden haben damit begonnen, Menschenfleisch zu essen, um ihren nahezu grenzenlosen Appetit zu stillen; danach haben die Priester diese monströsen Angewohnheiten reglementiert und geheiligt. Auf diese Weise ist die Mahlzeit zur Zeremonie geworden“ (ebd., 478). Weiterlesen

XXXVIII: Omnibus auf gekrümmter Trasse. Die amerikanische Eisenbahn

von Wolfram Nitsch
Geoindex: Medicine Bow
zu Kapitel XXVIII des Romans (französisch/deutsch)

Die von Phileas Fogg in San Francisco bestiegene Eisenbahn wirkt in Jules Vernes Beschreibung keineswegs wie ein längst alltäglich gewordenes Verkehrsmittel, sondern fast genauso außergewöhnlich wie der Elefant, der Segelschlitten und andere sonderbare Vehikel, die der exzentrische Engländer während seiner Weltumrundung benutzt (vgl. Terrasse 1974, 312-314). Weiterlesen

XXXIV: San Francisco: Das Ende der Frontier

von Hanjo Berressem
Geoindex: San Francisco

zu Kapitel XXV des Romans (französisch/deutsch)

Die Strecke von New York nach San Francisco, die Phileas Fogg auf seiner Reise in gegenläufiger Richtung zurücklegt, ist historisch eng mit der Erschließung und der Besiedlung Amerikas, d.h. mit der Bewegung der frontier verbunden, deren kulturhistorische Bedeutung der einflussreiche amerikanische Historiker Frederick Jackson Turner in seinem Vortrag „The Significance of the Frontier in American History“, 1893 vor der „American Historical Association“ in Chicago gehalten, erstmals hervorgehoben hat (Turner 1985): Weiterlesen

XIII: Reisen durch Präteritio

von Frank Lestringant
Geoindex: Gangestal

zu Kapitel XIV des Romans (französisch/deutsch)

Itineratio versus Peregrinatio

In einem sehr aufschlussreichen Artikel über den portugiesischen Entdecker und Autor der Pilgerreise, Fernão Mendes Pinto, hat Michel Korinman eine fruchtbare Unterscheidung zwischen zwei Arten des Reiseberichts vorgeschlagen: Die Itineratio und die Peregrinatio (vgl. Korinman 1976, 20-34). Weiterlesen

X: Elefant

von Roman Lach
Geoindex: „Kholby“ (vor Allahabad)
zu Kapitel XI ff. des Romans (französisch/deutsch)

Den Ort Kholby vor der Station Rothal, an dem die Bahnreise eine nicht einkalkulierte Unterbrechung erfährt, weil die Meldung des Morning Chronicle den Abschluss der Strecke von hier nach Allahabad wie eine „Uhr[], die partout immer der Zeit voraus sein“ (ATW, Kap. 11, 75) will, zu früh angezeigt hatte, gab und gibt es ebenso wenig, wie es im Jahr 1872 noch den 10 Jahre zuvor eingestellten Morning Chronicle gibt, dessen Meldung und die damit verknüpfte Kalkulation überhaupt erst den Anlass von Foggs Wette gestiftet hatte. Weiterlesen

III: Der “Bradshaw” – Ein Kursbuch als Vademecum des Weltverkehrs

von Markus Krajewski
Geoindex: London, Charing-Cross
zu Kapitel IV des Romans (französisch/deutsch)

The vocabulary of Bradshaw is nervous and terse, but limited. The selection of words would hardly lend itself  to the sending of a general message. (Sherlock Holmes, Valley of Fear).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts schaltet sich der Verkehr zu einem Netzwerk zusammen, das einerseits beständig expandiert, um seine Funktionalität in immer feinerer Verästelung, in letztlich weltweiter Reichweite zu etablieren. Weiterlesen